Warum eigentlich Stoffwindeln?

Stoffwindeln waren ursprünglich so weit weg für mich, dass sich diese Frage nichteinmal stellte.
Ich bin kurz vor der Wende in Sachsen Anhalt geboren worden. Mein Bruder und ich wurden auch mit Stoff gewickelt. Mit gefalteten Mulltüchern, die dann im Windeltopf gekocht wurden. Darüber gab es eine Kunststoffhose aus recht grobem, gummiartigem Kunststoff, ähnlich dem, was wir heute benutzen, um unsere Kinderwagen vor Regen zu schützen. Das war alles was ich von Stoffwindeln wusste. Wer sollte so noch wickeln wollen? Und mit Kot verkleisterte Tücher in der Küche kochen? Nicht mit mir.

Im letzten Drittel meiner Schwangerschaft erzählte mir eine gute Freundin, die ebenfalls beinahe in der gleichen Woche war, von einer ihrer Freundinnen. Diese benutzt Stoffwindeln. Und da gibt es so tolle Einlagen, die man in der Maschine wäscht, eine Einlage, die man dann mit samt Inhalt ins Klo wirft und ganz hübsche Überhosen. Eine ganz neue Welt für mich. Wir schauten uns dann diese Windeln im Internet an, in diesem Fall die der Marke Bamboolik. Die Beschreibungen waren gar nicht so furchtbar, wie ich mir das alles vorgestellt hatte. Dazu noch die Müllvermeidung, warum also nicht?

In den Folgewochen habe ich immer mal wieder versucht, mich mit dem Thema näher zu beschäftigen. Ich habe in Foren gelesen und in Internetshops gestöbert. Jedesmal bin ich an der riesigen Auswahl gescheitert und hab dann immer wieder gedanklich zu den Bamboolik zurückgefunden. Die hatte ich zumindest online schonmal halb verstanden. Dann schwirrten immer Begriffe rum wie „Prefold“, „Pocket“, „Höschenwindel“, „AiO“ oder „Ai2“. Ich verstand absolut nur Bahnhof. Doch der Entschluss, es zumindest mit den Windeln zu versuchen, war noch da.

Nachdem unsere Babys geboren waren, beschlossen wir, also meine Freundin und ich, eine Stoffwindelberatung in Anspruch zu nehmen. Damit sollte endlich Licht ins Dunkel gebracht werden. Da wir auch mit der Trageberatung schon sehr gute Erfahrungen gemacht hatten, sprach nichts dagegen. Als unser Kleiner fünf Wochen alt war, kam uns die Wickelberaterin zur Hilfe.

Ein Gedanke zu „Warum eigentlich Stoffwindeln?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *