Die erste Stoffwindel an meinem Baby: Windelmanufaktur

Unser Experiment startete passenderweise mit dem Starterpaket der Windelmanufaktur. Foto sind in der Mitte des Beitrags ergänzt.

Hier nochmal die Teile des Starterpakets im Detail:

Die Außenwindel im Design „Carmina Burana“ ist aus Naturstoff, sprich sie besteht fast ausschließlich aus hochwertige Baumwolle. Lediglich am Bündchen sind 3% Elasthan eingearbeitet. Innen ist die Windel flauschig weich und außen fasst sie sich hochwertig und geschmeidig an.

Für die Innenwindel stehen zwei Materialien zur Verfügung: Wolle und PUL. Ich habe für mein Starterpaket beide Materialien ausgewählt. Die Wolle ist wunderbar weich und anschmiegsam. Damit hat man wirklich gar keinen Kunststoff mehr am Baby. Die PUL Innenwindel ist sehr dünn und leicht, das PUL ist dennoch  etwas anhaftend an der Haut.

Die Einlagen sind im Starterpaket vorgegeben: zwei dreilagig gefaltete Baumwolleinlagen, die schnell die Flüssigkeit aufnehmen, ein Bambusbooster, der aufgrund seines Saugkerns aus Zorb bei geringer Dicke mehr saugt als die Baumwolle und eine Hanffrotteeeinlage, die durch die Materialkombination aus Hanf und Baumwolle eine sehr saugstarke Einlage ist.

An dieser Stelle noch ein kurzer Einwurf zu den Materialien:

Baumwolle saugt schnell, hat jedoch eher eine geringe Speicherkapazität

Bambus saugt langsamer als Baumwolle, speichert aber mehr

Hanf saugt am langsamsten von den dreien und kann dafür am meisten Flüssigkeit aufnehmen.

Aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften werden viele Einlagen aus Mischgeweben, meist Baumwolle kombiniert mit Bambus, angeboten. Bei Einlagen aus nur einem Material sollte man immer Baumwolle und eine der beiden säugstärkeren Materialien kombinieren.

Nun war es also endlich soweit, die Einlagen waren eingewaschen, das Baby bereit und endlich konnte ich mit den Stoffwindeln loslegen. Ich war schon ganz aufgeregt und durch die Infos aus dem Internet ganz wild auf meine ersten eigenen Erfahrungen.

Meine erste Windel bestand aus Außenwindel, PUL-Innenwindel, der Hanffrotteeeinlage und einem Windelfleece von Little Lamb. Ich war noch zurückhaltend mit der Anzahl der Einlagen, schließlich musste ich mir das ganze erstmal am Kind anschauen. Gleich vorab: Der erste Versuch war etwas ernüchternd.

Ich empfand das Anlegen der Windel als sehr fummelig. Von der Wickelberatung her wusste ich, dass die Windeln der Windelmanufaktur am Po eher tief sitzen und praktisch schon am Ende der Pofalte aufhören sollten. Zudem muss man die Innenwindel selbst anpassen, indem man den Gummi der beiden Bündchen mit einem Knoten versieht.

Zuerst legte ich die Windel im Originalzustand an. Ich schaute in die Beinausschnitte und als ich die Lücke zwischen Bein und Innenwindel wahrnahm, erinnerte ich mich auch wieder an den Gummi. Also Windel wieder abgemacht und Gummi an der vorgesehenen Öffnung herausgezogen. Leider ist das Material der Innenwindel sehr dünn und mit Vorsicht zu behandeln. Beim Herausziehen des Gummis ist mir das PUL an beiden Seiten ganz leicht eingerissen, vielleicht um einen halben Millimeter. Da das aber außen ist, sollte es keine Folgen für die Dichtigkeit haben.

Den Gummi an der passenden Stelle zu knoten, erfordert einiges an Finderspitzengefühl und Augenmaß. Notfalls muss man den Sitz durch erneutes Anlegen der Windel kontrollieren und die Innenwindel nochmal korrigieren. Danach bleibt er Knoten aber bestehen und die Windel passt eine Weile, bis die Oberschenkel wieder dicker geworden sind.

Die Bündchen der Innenwindel waren nach dem Verkleinern stark gefaltet, sodass ich das Gefühl hatte, dass die Haut sich darin einklemmen könnte. Ich habe die Bündchen nach vorn glatt gestrichen, sodass im Liege- und Druckbereich der Stoff möglichste faltenfrei  liegt. So recht gut gelungen war mir das aber nicht und ich war schon etwas im Zweifel, ob das alles so funktioniert. Länger als zwei Stunden würde ich das Paket also nicht so lassen.

Mein Baby hat sich dann kurz vor Ablauf der Zeit gesagt, das ist ein besonders schönes Klo, da mach ich das doch mal richtig voll. Der erste Versuch war also schon fast wieder zum Abgewöhnen. Die Innenwindel war sehr voll und sowohl Urin als auch Stuhl sind seitlich ausgetreten. Die Außenwindel war auch beschmutzt und musste erstmal in die Wäsche wandern.

Leider war mir auch das Glattziehen der Bündchen nicht so recht gelungen und man sah Abdrücke der Falten an den Beinen. Ganz klarer Anwenderfehler, ich hoffte dass ich das beim nächsten Mal besser hinbekomme.

Das Reinigen der Innenwindel ging gut unter fließendem Wasser. Dennoch ging auch die Innenwindel in die Wäsche. Der nächste Versuch musste also etwas auf sich warten.

 

Nachtrag vom 7.4.

Um Fotos zu machen haben ich die Windelmanufaktur nochmal genauso angelegt wie beim ersten Versuch, also mit PUL Innenwindel und (leider nur) Hanffrottee einlage plus Trockenfleece. Die Fotos sind recht aussagekräftig, aber die Einlagenwahl war nicht ganz so intelligent.

Hier erstmal die Fotos:

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Außenwindel und PUL-Innenwindel zusammengeknöpft
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Hanfeinlage, vorderen Bereich verdoppelt
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Fleeceliner

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Windelpaket am Baby, hinten trägt es weit weniger auf
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Nahaufnahme der Bündchen der Innenwindel am Oberschenkel

Wie schon angedeutet war die Einlage komplett voll bzw. übervoll. Ich hatte nicht bedacht, dass er ja beim ersten Mal Stuhlgang in die Windel gemacht hatte und man somit gar nicht abschätzen konnte, wieviel die Einlage hält. Da muss klar noch mehr in die Windel, so hatte ich es bei den bisherigen Versuchen ja auch gemacht.

Was man aber sieht, sind die Abdrücke der Beinbündchen am Oberschenkel und am Po. Ob es ihn wirklich stört, weiß ich nicht. Vielleicht ist es nicht „schlimmer“ als die Falten, die man manchmal morgens vom Kopfkissen im Gesicht hat. Da mein Kleiner aber so empfindlich ist, bin ich darüber nicht so recht glücklich. Dass der Knoten zu eng sitzt und damit die Bündchen zuviel Druck machen könnte eine Ursache sein, das werde ich demnächst nochmal ausprobieren.

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Wenn ich allerdings einen Wunsch frei hätte, würde ich die mir die Innenwindel auch für verschiedene Größen wünschen, sodass die Beinbündchen immer gut passen und man beim kleinen Baby nicht zuviel Material im Schritt hat. Außerdem wäre mir ein höherer Schnitt der Windel insgesamt lieber. Es ist, soweit ich weiß, beabsichtigt, dass die Windel eher auf der Hüfte sitzt und man nicht soviel Windel am Kind hat. Aber mir kommt dieser tiefe Beinausschnitt etwas zu knapp für dicke Babybeinchen vor.

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